Psorasis vulgaris • Therapie mit Überblick über alle bekannten Formen

Psoriasis vulgaris Therapie: Der Schuppenflechte den Kampf ansagen

Die häufigste auftretende Form der Schuppenflechte ist die Psoriasis vulgaris, die mit geröteter Haut und einem störenden, ja schon quälenden Juckreiz einhergeht. Es handelt sich um eine zumeist chronische Hautkrankheit mit zeitlich nicht vorhersagbaren Schüben, die aber nicht ansteckend ist.

Nicht selten verläuft diese Psoriasis parallel mit anderen Beschwerden, so können die Gelenke erkranken, häufig leidet der Patient auch an Übergewicht, Stoffwechselstörungen, an einer Beeinträchtigung der Herzfunktion oder an Depression. Mit einer Psoriasis vulgaris Therapie können Sie unterschiedliche Ziele verfolgen. Zum einen können die Schmerzen gelindert und die Symptome geheilt werden, zum anderen können die Kern-Krankheitsphase verkürzt und neue Schübe verhindert werden. Die Krankheit an sich ist nicht heilbar.

Was ist Psoriasis vulgaris?

Die Schuppenflechte oder Psoriasis lässt sich in drei Hauptformen unterscheiden. Neben der gewöhnlichen Schuppenflechte, der Psoriasis Vulgaris gibt es noch die Psoriasis pustulosa, bei der sich Eiterbläschen bilden, und die Psoriasis Arthritis, bei der die Gelenke in Mitleidenschaft geraten. Die gewöhnliche Schuppenflechte ist von diesen drei Formen die Krankheit, die am häufigsten auftritt. Äußeres Merkmal sind gerötete, Hautflächen von unterschiedlicher Größe mit klaren Grenzen und einem Befall von silbergrau-ähnlichen Schuppen.

Da diese Schuppen einen starken Juckreiz auslösen, versuchen die davon Betroffenen oftmals darauf zu kratzen, um damit die Schuppen abzulösen. Die darunter liegende Haut zeigt nach dem Kratzen kleine, blutig Pünktchen. Als Auslöser der Krankheit gilt eine Fehlfunktion des Immunsystems in Bezug auf die Aktivierung von Zellen im Körper zur Abwehr von Krankheiten.

Lesen Sie auch: Psoriasis Arthritis: Symptome, Erscheinungsformen, Verlauf und Behandlung

Überblick über die Symptome der Psoriasis

Die für die Schuppenflechte typischen Rötungen der betroffenen Flächen auf der Haut sind die wichtigsten Symptome dieser Krankheit. Sie können sehr unterschiedlich sein, sowohl in Bezug auf die Größe, wie auch hinsichtlich der Stellen am Körper und der Anzahl der Schuppenflechten. So erfolgt eine Unterteilung in verschiedene Erscheinungsbilder, wie die Tabelle zeigt. Ausgehend von diesen Symptomen kann man auch erkennen, ob es sich um eine mittelschweren oder schweren Grad der Erkrankung handelt.

Bei etwa der Hälfte der Patienten werden im weiteren Verlauf zusätzlich die Finger- und Fußnägel durch Verfärbung, Risse und sogar Brüche in Mitleidenschaft gezogen. Schwere Formen der Psoriasis sind oftmals auch mit Fieber und Schüttelfrost verknüpft. Die verschiedenen Formen können sowohl einzeln als auch kombiniert in Erscheinung treten.

FormenErscheinungsbild
Plaque-Typ-PsoriasisSchuppen sind über den ganzen Körper verteilt, häufig Kopfhaut, Ohrmuschel, Achselhöhle, Leistenregion – betrifft etwa 90 Prozent der Psoriasis vulgaris Patienten
Psoriasis der KopfhautBefall der Kopfhaut, unterschiedlich große Stellen bis zum kompletten Befall – betrifft etwa 40 Prozent der Patienten
Psoriasis inversarelativ selten – die Flächen haben Ähnlichkeit mit nässenden Schürfwunden und treten vor allem an Achsel, Nabel, Leiste, Analfalte, Handfläche und Fußsohle auf
Psoriasis punctataPlaques sind Punkte vorwiegend am Körperrumpf
Psoriasis guttataPlaques kommen plötzlich, Größe einer Erbse, Form eines Wassertropfens – können überall am Körper sein
Psoriasis nummularisRunde Entzündungsherde groß wie ein Münze
Psoriasis geographicaGroße, unregelmäßige Flächen, die sich mit anderen Herden verbinden

Diagnose zuerst nach Blickkontakt

Die Diagnose der Schuppenflechte erfolgt nach Blickkontakt. Die Hautoberfläche des Körpers wird nach schuppenden, entzündenden Flächen untersucht. Speziell werden Kopfhaut, Ohren, die gestreckten Arme und Beine, Bauchnabel, Analbereich un die Nägel kontrolliert. Schmerzen die Gelenke, könnte dies ein Hinweis auf eine Psoriasis Arthritis sein. Da die Psoriasis vulgaris mit Pilzerkrankungen der Haut oder Ekzemen verwechselt werden kann, sollte zur Diagnose ein Hautarzt hinzugezogen werden, der per mikrobiologischer Untersuchung endgültig Klarheit schafft.

Psoriasis vulgaris Therapie - Diagnose schon beim ersten Blick
Psoriasis vulgaris Therapie – Diagnose schon beim ersten Blick

Psoriasis vulgaris Verlauf

Der Verlauf der Psoriasis vulgaris ist von Patient zu Patient doch sehr unterschiedlich. Sehr häufig ist diese Krankheit chronisch, dabei treten einzelne Schübe auf. So gibt es auch Phasen, wo keine Symptome erkennbar sind, auch nicht am Ellbogen, der Kopfhaut und den Nägeln an Finger.

Therapie und Behandlung – Schuppenflechte was hilft?

Für die Psoriasis vulgaris Therapie gibt es mit der äußerlichen Behandlung, der Lichttherapie und mit Medikamenten zum Einnehmen oder auch Spritzen mehrere Möglichkeiten, deren Einsatz sich am individuellen Krankenbild des Patienten orientiert.

Äußerliche Behandlung bei einer gewöhnlichen Schuppenflechte:

Oftmals reicht eine äußerliche Behandlung aus. Hier werden die Wirkstoffe unter anderem als Salbe, als Creme oder als Schaum auf die betroffenen Stellen der Haut aufgetragen. Eine äußerliche Anwendung mit Kortison soll Studien zufolge sehr gut wirken und auch gut verträglich sein. Oftmals beginnt die Psoriasis-Behandlung mit einem solchen Präparat.

Um Nebenwirkungen nahezu auszuschließen, werden Präparate, die Kortison enthalten, nicht täglich eingesetzt, sondern lediglich zwei Mal wöchentlich. Kortison Präparate dämmen sowohl die Entzündungsreaktionen in der Haut wie auch die Vermehrung der Hautzellen.

Lesetipp: Röschenflechte behandeln – Schuppenflechte nun doch erledigt

Die Anwendung erfolgt als Creme oder Salbe. Bei der Kopfhaut besteht auch die Option als Shampoo. Wenn mögliche langfristige Nebenwirkungen von Kortison gänzlich ausgeschlossen werden sollen, kann auch auf einen anderen Wirkstoff wie Calcipotriol zugreifen. Bei Calcipotriol handelt es sich um einen Wirkstoff der sogenannten Vitamin D3 Abkömmlinge.

Hier wird ein- oder zweimal am Tag die Creme oder die Salbe auf die betreffenden Hautstellen gebracht. Erfolgt eine Diagnose einer Schuppenflechte an sehr empfindlichen Stellen, so kommen sogenannte „Calcineurin Inhibitoren“ zum Einsatz.

Lichttherapie zur Linderung der Psoriasis Beschwerden:

Sollte eine äußere Behandlung nicht ausreicht, gibt es die Möglichkeit eine UV Lichttherapie einzusetzen. Sie kann allein oder auch zusammen mit Medikamenten oder Tabletten zur Anwendung kommen. Die Bestrahlung der betroffenen Stellen auf der Haut, mit ultraviolettem Licht. Dadurch werden die Entzündungsreaktion der Haut und die Zellteilung gehemmt beziehungsweise verlangsamt.

Etwa drei Mal pro Woche wird in spezielle Kabinen bestrahlt, welche mit Lichtröhren ausgestattet sind, die das Lichtspektrum begrenzen können um mögliche Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten. Es besteht die Möglichkeit, die Bestrahlung einem salzhaltigem Bad zu kombinieren. Bei dieser sogenannten Balneo Phototherapie kann die Wirkung noch gesteigert werden.

Medikamente zum Einnehmen oder Spritzen:

Wenn auch die Lichttherapie nicht weiter hilft, kommen Medikamente infrage. Die Einnahme erfolgt entweder oral oder per Spritzung. Die Mittel gelangen in den Blutkreislauf. Die Anwendung beginnt normalerweise mit Methotrexat, Fumarsäureester oder auch Ciclospori. Methotrexat findet seine Verwendung auch bei der Linderung von entzündeten Gelenken.

Das Medikament wird einmal pro Woche eingenommen oder gespritzt. Wenn diese Medikamente zu keiner Besserung führen, ist eine Behandlung mit einem Biologika möglich. Hierbei handelt es sich um sehr wirksame, biotechnologisch hergestellte Medikamente, die als Antikörper gespritzt werden.

Video: Psoriasis vulgaris Therapie

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Kilian Heyne

Kilian Heyne – Seit 2010 Experte im Bereich von Hautpflege und Lifestyle. Solange er nicht mit seiner Kamera und dem Handy durch die Welt zieht und nach neuen Trends in Sachen Mode und Anti-Aging ausschau hält, recherchiert und setzt er sich mit dem Thema Haut auseinander. Zusammen mit Dermatologen und Ärzten seines Vertrauens setzte Kilian seinen Blog auf, um auch anderen Menschen mit Hautproblemen zu helfen und zahlreiche Tipps und Tricks weiterzugeben.

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